Feuerwehrhaus LZ18

Feuerwehrhaus

Anschrifft: Lüttenglehnerstr. 41c, 41472 Neuss
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Informationen zum Gerätehaus: 

Im Jahre 2004 konnte der Löschzug Neuss Grefrath ein neues Gerätehaus beziehen, das vom Grefrather Architekten Richard Wichmann geplant wurde und das alte immer wieder in Eigenleistung aus- und umgebaute Gerätehaus ersetzte. 2005 wurde das neue Domizil der Florianeres vom Ministerium für Bauen und Verkehr mit der Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen prämiert.
Das neue Feuerwehr-Gerätehaus steht nun am südöstlichen Ortsrand von Neuss Grefrath auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche von ca. 3.630 m² und grenzt an Kirmes-, Sport- und Tennisplatz. Das Gebäude selbst hat eine Grundfläche von rd. 500 m², die Nutzfläche beträgt ca. 620 m².
Die im Hinblick auf ihre funktionalen Anforderungen, die Raumausstattung, den Brandschutz und das Raumklima sehr unterschiedlichen Nutzungsbereiche wurden in zwei unterschiedlichen Baukörpern untergebracht. Optisch unterscheiden sich beiden in Größe und Materialwahl.

Die Fassade der 280 m² großen Fahrzeughalle, die die Fahrzeuge, technisches Gerät und die Gebäudetechnik aufnehmen wird, wurde unter Verwendung von Industrieglas konzipiert. Dabei handelt es sich um ein zweischalig verlegtes, preiswertes Glas, das weder unmittelbaren Ein- und Durchblick ermöglicht noch die üblicherweise bei Glasfassaden ins Gewicht fallenden Verschmutzungen erkennen lässt. Dadurch soll der Wartungsaufwand dieser Fassade sehr gering gehalten werden. Die durch das Glas der Halle durchschimmernden Konturen und Farben der geparkten Fahrzeuge machen die Nutzung des Gebäudes von außen ablesbar. Ein weiterer Vorteil ist die gute, natürliche Belichtung der Halle. Damit soll auch an regnerischen Tagen ein großer und heller Raum für Wartungs- und Übungszwecke gegeben sein.

Der zweite Gebäudeteil ist als Massivbau mit einer Ziegelfassade erbaut worden. In diesem Gebäude sind die Umkleiden, Duschen und WCs, Schulungsräume, Büro und ein Aufenthaltsraum mit Küche untergebracht.

Der Kontrast zwischen dem  monolitischen, aus einem eher traditionellen und ortstypischen Material geformten Baukörper und der industriellen, kühlen Ausstrahlung der Fahrzeughalle unterstützt die Spannung des Architekten-Entwurfes.

Der transparente Verbindungstrakt ist gleichzeitig Eingangsbereich und "Schleuse" zwischen Fahrzeughalle und Umkleideräumen. Dieser Zwischenbereich kann bei Veranstaltungen im Freien auch als überdachte Aufenthaltszone zwischen den beiden Höfen genutzt werden.

Der Weg in und durch das Umkleidegebäude wird durch die Lichtführung inszeniert. Während der Eingangsbereich im Erdgeschoss durch den transparenten Verbindungstrakt belichtet wird, erhält der Gang im Obergeschoss Licht von oben.

Durch den Luftraum der Treppe dringt Tageslicht in das Erdgeschoss und weist Ankommenden den Weg in die “repräsentativen” Räume. Diese erhalten ihr Licht durch die großzügig verglaste Nordfassade. Für die Umkleideräume im Erdgeschoss ergibt sich ein Oberlichtstreifen, während die Aufenthaltsräume im Obergeschoss eine Raumhohe Verglasung erhielten.

Durch die reine Nordausrichtung dieser Fassade ist kein außenliegender Sonnenschutz erforderlich.

Der gesamte Grundstücksbereich ist landschaftsplanerisch gestaltet worden und bietet den Feuerwehrleuten ausreichend Parkflächen und einen Grillplatz.

Auffallend ist die flächenmäßige Großzügigkeit des neuen Gebäudes. Bedingt durch das Wachstum des Stadtteils Grefrath, die veränderte Infrastruktur durch die Skihalle und die Erschließung zweier neuer Wohngebiete wächst auch der Bedarf an zusätzlichen Feuerwehrkräften. Bei der Planung wurde der vom Rat der Stadt Neuss im Jahr 2001 beschlossene Brandschutzbedarfsplan berücksichtigt: Umkleiden, Duschen, WCs und die Schulungsräume sind für rd. 55 Personen ausgelegt.

Die Kosten für Grunderwerb, Planung, Bau und Einrichtung des Feuerwehrgerätehauses in Neuss Grefrath belaufen sich auf rd. 1,55 Mio. Euro. Die Fertigstellung war ursprünglich für Mai 2004 vorgesehen, logistische Probleme bei der Glasfassade und Konkurse mehrerer Handwerksbetriebe verzögerten die Arbeiten am Rohbau, so dass das Richtfest erst am 12. Dezember 2003 gefeiert werden konnte und die Innenausbauten gerade noch zum Zeitpunkt der Einweihung fertig gestellt wurden. Offiziell eingeweiht wurde das neue Gerätehaus am 5. September 2004 im Rahmen eines Tages der offenen Tür. Gleichzeitig wurde die Feier zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges nachgeholt.