Pünktlich um 7.30 Uhr trafen die ABC-Erkundungskraftwagen (kurz ABC-Erkunder genannt) aus Mönchengladbach, Krefeld, Viersen, Kaarst und Neuss auf der Feuerwache im Neusser Hammfeld ein. Nach der Begrüßung durch Kreisbrandmeister Norbert Lange und den Leiter der Abteilung Ausbildung der Feuerwehr Neuss Markus Brüggen folgte eine kurzen Übungseinheit zum Kontaminationsnachweis radiologischer Stoffe.

Bei der anschließenden Messübung war die angenommene Lage ein Verkehrsunfall eines Tanklastzuges im Autobahnkreuz Neuss-West. Als Ladung waren 20 Tonnen Ammoniak angenommen und ein großer Teil dieser Ladung sollte entweichen. Um eine Abschätzung des gefährdeten Bereiches zu erhalten machte sich im Lagerraum der Feuerwehr Neuss die Abschnittsleitung Messen sofort an die Arbeit und schickte die ABC-Erkunder, nach kurzer Einweisung in die angenommene Einsatzlage, an verschiedene Stellen im Stadtgebiet. Dort wurde jeweils die Konzentration von Ammoniak gemessen. Hierbei galt es die Fahrzeuge so zu dirigieren, dass sie selbst nicht durch die Ammoniak-Wolke fahren mussten, um das eingesetzte Personal nicht zu gefährden.

In derartigen Gefährdungslagen kann die Feuerwehr von der Möglichkeit Gebrauch machen über die Kreisleistelle des Rhein Kreises Neuss ohne Zeitverzug eine Warnung und Handlungsempfehlungen im Radio zu vermelden.

Eine wichtige Aufgabe der ABC-Erkunder im Gefahrenfall ist es Proben zu nehmen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt analysiert werden können. Daher mussten im Rahmen dieser Übungen Wasserproben aus dem Reuschenberger See genommen werden. Hierbei kommt es neben der richtigen Technik vor allem auch auf die Dokumentation an, damit später nachvollzogen werden kann, woher die Probe stammt und wann diese entnommen wurde.

Wichtiger Übungsbestandteil war die Erprobung bzw. Einübung der Kommunikation zwischen den Fahrzeugen im Stadtgebiet und der Abschnittsleitung. Hierbei diente der Abrollbehälter-Einsatzleitung, der auf dem Hof der Feuerwache aufgestellt wurde,  als Fernmeldebetriebsstelle. Die Abschnittsleitung konnte aus den übermittelten Messwerten eine Ausbreitungskarte erstellen und so festlegen in welchen Bereichen eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden hätte und auch in welchem Bereich eine Warnung erfolgen müsste.

Mit einer Aussprache der beteiligten Einsatzkräfte und einem Mittagessen, zubereitet von den Kollegen der Johanniter-Unfallhilfe, endete diese Übung.

Schadstoffe in der Luft: Zumindest nimmt die Feuerwehr Neuss, unterstützt durch weitere Spezialkräfte, das innerhalb eines Übungsszenarios am Samstag an. Im Bereich Reuschenberg und darüber hinaus werden Messfahrzeuge die Luft untersuchen. Dabei besteht keine Gefahr und es werden keine Stoffe ausgesetzt. Die Feuerwehr übt den anspruchsvollen organisatorischen Teil des Messens und der Messleitung „trocken“.

Messung von Schadstoffkonzentrationen: ABC-Erkunderkraftwagen (atomare, biologische und chemische Stoffe), bereitgestellt für den Katastrophenschutz der Länder durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz, sind in der Lage während der Fahrt Luftmessungen durchzuführen. Zur Einschätzung einer möglichen Gefahr für die Bevölkerung, der Warnung derselben mit Verhaltensanweisungen (Türe & Fenster schließen) und für eine verlässliche Dokumentation von Messwerten ist der schnelle Einsatz dieser Fahrzeuge entscheidend.

Meist werden Messungen während größeren Schadenereignissen notwendig, also genau dann, wenn die Feuerwehr eh schon voll gefordert ist. Zur Messung sind über lange Zeit ausgebildete Spezialkräfte und eine konzentriert handelnde Messleitung erforderlich. Wir bitte um Verständnis für langsam fahrende Messfahrzeuge und bitten Sie, um unnötige Besorgnis zu vermeiden, die Mitteilung über diese Übung auch Ihren Freunden und Bekannten zur Kenntnis zu bringen.

An der Übung beteiligt sind die Feuerwehren Neuss, Kaarst, Mönchengladbach, Viersen und Krefeld. Geübt wird abwechselnd in der verschiedenen Städten. Über Verlauf und Ergebnis der Übung werden wir nach deren Abschluss gesondert informieren.